Der Deutschen liebstes Gemüse: Die Tomate

Mit dem Verzehr von rund 25 Kilos Tomaten pro Kopf sind die Deutschen sicherlich führend. Tomaten und Produkte, die aus dieser Frucht hergestellt werden, erfreuen sich größter Beliebtheit. Auf einer Fläche von etwa 315 Hektar werden in Deutschland Tomaten angebaut. Der Ertrag aus diesen Anbauflächen deckt aber nur einen Bruchteil des Bedarfs. Tomaten werden daher tonnenweise aus unterschiedlichen Ländern importiert. Spitzenreiter mit etwa 354.000 Tausend Tonnen ist hier ganz klar Holland. Im Ranking der Tomatenexporteure folgt Spanien mit 163.000 tausend Tonnen gefolgt von Belgien mit etwa 58.000 tausend Tonnen. Auch Marokko kann mit 36 000 tausend Tonnen viel nach Deutschland liefern, Italien geht mit rund 10 000 Tonnen ebenfalls nicht leer aus. Dazu kommen nochmals etwa 10.000 Tonnen aus Ländern, die nicht in der EU sind. Hobbygärtner, Balkongärtner und große Gemüsebauern fürchten sich gleichermaßen vor Schädlingen und Krankheiten, die Tomaten und Tomatenstöcke befallen können. Hat der Klein-Anbauer allenfalls einen kleinen finanziellen Schaden, kann dies bei Großbauern richtig ins Geld gehen und sogar die Existenz bedrohen. Allerdings wissen die großen Tomatenanbauer ganz genau, was Tomaten gefährlich werden kann. Mit verschiedenen chemischen Behandlungen wird versucht sich davor zu schützen. Allerdings dürften so behandelte Tomaten nicht mehr als Bio-Tomaten verkauft werden. Das wiederum mindert den Erlös aus dem Anbau.

Tomaten

Tomate

Wohl am bekanntesten ist die Kraut- und Braunfäule. Verantwortlich dafür ist ein unscheinbarer Pilz mit dem Namen Phytophthora. Oft wird dieser Pilz der Tomaten aber auch von Kartoffeln verbreitet, die in freier „Wildbahn“ angebaut werden. Feuchte Witterung beschleunigt den Befall. Befallene Tomaten bekommen Flecken, die tief in die Tomate eindringen. Solch befallene Früchte sind ungenießbar. Bei Freilandtomaten kann man sich mit etwas größeren Abständen der einzelnen Stöcke etwas dagegen schützen. Bei Gewächshäusern reduziert sich das Risiko sich diesen Befall in den Anbau zu holen. Je nach Sorte sind Tomaten mehr oder weniger anfällig gegen Kraut und Braunfäule. Einmal befallen ist keine Rettung mehr in Sicht. Beim Didymella lycopersici handelt es sich ebenfalls um einen gefürchteten Pilz. Er verursacht die Frucht- und Stängelfäule. Dieser Befall wird vom geschulten Auge schnell erkannt. Kurz über dem Boden wird die Rinde des Stängels schwarz und sinkt ein. Die Wurzel kann kein Wasser mehr in die höheren Regionen transportieren. Die Blätter werden gelb, und der ganze Strunk stirbt ab. Wind und feuchte Luft werden für die schnelle Ausbreitung verantwortlich gemacht. Die Ursache liegt jedoch meistens in der unsachgemäßen Aufzucht. Die Rinden der Stängel werden durch Bindeschnüre verletzt. Wird ein Befall erkannt, sollte die entsprechende Staude schnellstmöglich entfernt werden. Mit jeder Tomate, die nicht wächst, gehen dem Züchter nicht nur Gelder verloren. Denn neben vielen Vitaminen gehen natürlich auch die Nährstoffe verloren. Darunter vor allem wertvolles Astaxanthin , das sich auch in Tomaten befindet. Diese natürliche Substanz ist bekannt der Gesundheit Gutes zu tun. Menschen werden weniger anfällig gegen Krankheiten und haben ganz allgemein mehr Energie.

Dies ist mit ein Grund Krankheiten und Schädlinge von Tomatenstöcken fern zu halten. Dazu muss auch der echte Mehltau gezählt werden. Auch der Laie kann diese Krankheit leicht erkennen. Weiße Flecken auf den Blättern und dem Stängel sind die Symptome. Einmal befallen muss dieser Strunk abgeschrieben und vernichtet werden. Auch hier sorgt feuchte warme Luft für eine schnelle Übertragung auf gesunde Sträucher. Wird der Befall schnell erkannt, ist mit der Entfernung befallener Blätter ein Rettungsversuch wert. Die Tomaten selber werden davon nicht beeinträchtigt. Es gibt allerdings keine Sorte, die gegen diese Krankheit immun ist. Nebst organischen Krankheiten müssen sich die Tomatenerzeuger auch mit Angriffen aus der Tierwelt auseinander setzen. Hier zählen Nematoden, Blattläuse und die weiße Fliege zu den größten Feinden. Ganz heimtückisch ist auch die Tomatenminierfliege. Diese kleinen Biester legen ihre Larven nicht nur auf den Blättern ab, sondern auch darunter. Innerhalb von 32 Tagen entwickelt sich die Larve zur ausgewachsenen Fliege, die an sich ungefährlich ist. Das Problem stellen die Larven dar. Sie brauchen Futter und graben sich Gänge in den Blättern. Das Blattgewebe wird dadurch zerstört. Befallene Blätter sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Als Freund des Tomatenzüchters kann hingegen die Schlupfwespe bezeichnet werden. Denn sie fressen solche Larven sehr gerne.

Ungeliebt sind auch die Tomatenminiermotten. Dieser nur etwa sieben Millimeter große, nachtaktive Falter kann sein ganzes Leben auf einem Tomatenstrunk verbringen. Die Weibchen scheuen sich nicht, ihre Eier, so an die 250 Stück, gerne auch auf jungen Tomatenpflanzen abzulegen. Anfänglich ist dieser Befall kaum zu erkennen. Auch Tomatenfrüchte werden zur Eiablage gerne genutzt. Diese Larven fressen sich ebenfalls durch die Blätter, die dann irgendwann abfallen. Tomatenzüchter, die Gemüseeulen auf ihren Stöcken entdecken, werden ebenfalls keine Freude haben. Die Nachkommen dieser Falter werden bis zu vier cm lange Raupen. Sie haben einen enormen Appetit, und sie lieben Tomaten, aber auch Paprikas. Nachts aktiv, fressen sich diese Raupen Blätter der Tomatenstöcke, und auch vor den Früchten selbst wird nicht Halt gemacht. Tomaten, die im Treibhaus gezüchtet werden, sind vor diesem Falter weitgehend geschützt. Als Alternative kann ein Insektennetz einen gewissen Schutz bieten. Auch hier gilt: Sofort nach Befall möglichst alle Raupen einzusammeln und auf Brennsesseln umzusiedeln. Im Fachhandel können Sie Fallen für diese lästigen Raupen bekommen. Aber auch Milben können den Tomaten böse zusetzen. Nach Befall der Tomatenrostmilbe sehen die Tomaten aus wie der Teil eines Schiffs, das verunglückt ist und jahrelang im Salzwasser gelegen hat. Sie erinnern dann an kleine runde Rosthaufen. Die Milben leben maximal eine Woche, vermehren sich aber in dieser kurzen Zeit sehr schnell. Erkannt wird dieser Fall sehr spät, so dass jede Gegenmaßnahme zum Scheitern verurteilt ist. Hier muss man über seinen Schatten springen und Nägel mit Köpfen machen. Denn die solcherart befallenen Tomatenstauden müssen rigoros vernichtet werden. Die Liste von möglichen Krankheiten und Parasiten könnte noch um einiges verlängert werden. Meistens kann kaum etwas gerettet werden. Tomatenzüchter müssen sich auf einen bestmöglichen Schutz einstellen, um sich vor Schaden zu schützen… für mehr diese Link anklicken!

Dieser Beitrag wurde unter Heim & Garten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.